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Guter Rat muss nicht immer teuer sein. Sich frühzeitig rechtlichen Rat einzuholen, kann Streit vermeiden und vor Schaden schützen.

Die Höhe der Anwaltskosten ergeben sich entweder aus einer individuellen Vergütungsvereinbarung oder bestimmten sich nach dem Rechtsanwaltsvergütungsgesetz (RVG).

Das Rechtsanwaltsvergütungsgesetz besteht einmal aus dem Gesetzestext und zusätzlich dem Vergütungsverzeichnis. Im Gesetzestext sind die allgemeinen gebührenrechtlichen Vorschriften enthalten. Das Vergütungsverzeichnis enthält die einzelnen Gebührentatbestände. Das Rechtsanwaltsvergütungsgesetz sieht mehrere Gebührenarten (Festgebühren und Rahmengebühren) vor. Die Rahmengebühren sind entweder gegenstandswertabhängig, sogenannte Satzrahmengebühren, oder es werden ein Mindest- und ein Höchstbetrag vorgegeben, sogenannte Betragsrahmengebühren. Die Höhe der gegenstandswertabhängigen Gebühr ist der Gebührentabelle als Anlage zu § 13 RVG zu entnehmen. Die jeweils angemessene Gebühr innerhalb der vorgegebenen Gebührenrahmen ist im Einzelfall unter Berücksichtigung aller Umstände, vor allem des Umfangs und der Schwierigkeit der anwaltlichen Tätigkeit, der Bedeutung der Angelegenheit sowie der Einkommens- und Vermögensverhältnisse des Auftraggebers, nach billigem Ermessen zu bestimmen (§ 14 Abs. 1 RVG). Zusätzlich kann ein besonderes Haftungsrisiko des Rechtsanwalts bei der Bemessung herangezogen werden.

Für außergerichtliche Beratung bietet sich eine individuelle Honorarvereinbarung an, da das Rechtsanwaltsvergütungsgesetz seit 01.07.2006 für die Beratung und für die Erstattung von Rechtsgutachten keine konkret bestimmte Gebühr mehr vorsieht. Üblicherweise wird ein bestimmtes Stundenhonorar oder ein bestimmter Betrag für eine festgelegte Tätigkeit (Pauschalhonorar) vereinbart. Hierbei ist § 4 RVG zu beachten.

Die außergerichtliche Vertretung richtet sich nach den Nr. 2400 ff. VV RVG. Der Gebührenrahmen beträgt 0,5 bis 2,5 für die Geschäftsgebühr. Bei einer außergerichtlichen Einigung beträgt die Einigungsgebühr nach Nr. 1000 ff. VV RVG 1,5. Einigung liegt vor, wenn durch das Mitwirken des Rechtsanwalts ein Vertrag geschlossen wird, durch den der Streit oder die Ungewissheit der Parteien über ein Rechtsverhältnis beigelegt wird.

Bei der gerichtlichen Vertretung durch einen Rechtsanwalt fallen in der Regel eine Verfahrens- und eine Terminsgebühr nach den Nr. 3100 ff. VV RVG an. Im gerichtlichen Verfahren beträgt die Verfahrensgebühr 1,3 und die Terminsgebühr 1,2, so dass in der Regel 2,5 Gebühren entstehen. Einigen sich die Parteien, nachdem ein Rechtsstreit anhängig geworden ist, beträgt die Einigungsgebühr 1,0.

In Strafsachen entstehen immer die Grundgebühr für das erste Einarbeiten in den Sachverhalt, ferner jeweils eine Verfahrens- und ggf. eine Terminsgebühr im Ermittlungsverfahren und im gerichtlichen Verfahren. Es ist weiterhin eine unterschiedliche Vergütung von Wahl- und Pflichtverteidiger vorgesehen. Die Gebühr des Pflichtverteidigers beträgt 80 % der Mittelgebühr des Wahlverteidigers. In Bußgeldsachen entstehen wie in Strafsachen eine Grundgebühr für das erste Einarbeiten und ferner eine Verfahrens- und ggf. eine Terminsgebühr im Ermittlungsverfahren und im gerichtlichen Verfahren. Die einzelnen Gebühren sind jedoch niedriger als in Strafsachen.

Zu den oben genannten Gebühren erhält der Rechtsanwalt seine Auslagen nach dem 7. Teil des Vergütungsverzeichnisses erstattet.

Weitere Hinweise zu den Anwaltsgebühren finden Sie auf der Seite der Bundesrechtsanwaltskammer (Leitfaden zur Anwaltsvergütung).